Tochterrolle „Mama´s Schmuckstück“

"Ich bin für Mama das, was sie nicht sein konnte"

Ok, das Gefühl, ein kleines, süßes angebetetes Goldkind zu sein, hatte die kleine Tochter nicht, stattdessen wird sie vor allem für gute Leistung belohnt und beachtet. Oft wurde diese sogar wie selbstverständlich erwartet, ohne viel Unterstützung. Die Mutter wurde vielleicht selbst kaum gesehen in ihrer Kindheit und musste sich genauso alleine durchboxen. Normal.

Die erwachsene, erfolgreiche Tochter macht die Mutter jetzt so richtig stolz. Vielleicht ist sie sogar mit dem erfolgreich, was die Mutter selbst gern gemacht hätte, aber nicht geschafft oder sich nicht erlaubt hat oder was ihr nicht möglich war. Die Ängste und Mangelgefühle der Mutter kommen der Tochter dann trotzdem zuverlässig in die Quere – durch Bemerkungen, Zweifel, Bedenken etc. Kennst du das?

Dabei willst du doch nur eins: Liebe.

Du erliegst hier jedoch einem Missverständnis. Unbewusst lebst du die in der Kindheit angenommene Überzeugung, dass du Liebe nur unter Bedingungen bekommst. „Nur wenn ich was tue für Mama, schenkt sie mir Zuwendung“ „Wenn ich nachgebe, ist Mama zufrieden.“ – dies nur als Beispiele. Und das ist nicht so, weil Mütter so furchtbar kalt und böse sind. Sondern es war vielleicht nur wenig Zeit im Alltag, Mama hatte viel zu tun. Ganz häufig ist die Liebe der Mutter unfrei -„überlagert“ (z.B. von ihrer Trauer über ein verstorbenes Geschwister oder die zu früh gestorbene  Mutter, oder einfach Sorgen o.a.). So wie deine Energie unterschwellig so oft bei deiner Mutter ist. Ertappt? Aber genauso ist es. Dabei ist Liebe immer da. Sie ist unendlich, bedingungslos – du musst sie nicht suchen, nichts dafür tun. Ein Kind weiß das – am Anfang jedenfalls, dann kommen die ersten Erfahrungen. (von geerbten Gefühlen mal abgesehen oder Erfahrungen im Mutterleib).

Jetzt verrate ich dir noch was: Mutter hat dich nicht darum gebeten, ihre Träume zu leben. FÜR SIE zu leben. Du selbst hast das entschieden. Schockiert dich das jetzt? Ist aber so. Die Sache ist die: Unser Überleben hing als Kind von den Eltern ab. Und du hast einfach nur Wege gesucht, wie du dich einfügen kannst in die Familie, wie du es recht machen, was du der Mutter abnehmen kannst – Kinder sind so! So voller Hingabe und Liebe und Vertrauen. 

Wenn die Mutter als Mädchen Liebe vermisst hat, missbraucht sie nun ihre Tochter unbewusst, um das eigene empfundene Manko auszugleichen. Niemand ist hier schuld. Wir wissen es alle nicht besser. Die Tochter ist vollkommen identifiziert mit dem Gedanken, ausschließlich für ihre Leistung wertgeschätzt zu werden. Damit gibt sie ein Stück von ihrem wahren Selbst her. Diese Konditionierung kann eine Motivation für das ganze Leben, für das gesamte Tun sein – Lob von anderen erhoffen, andere zufriedenstellen – z.B. für die eigene Berufswahl – Damit wirklich glücklich zu werden, ist nicht so wahrscheinlich. 

Auf Leistung getrimmte Töchter sehen auch immer eher ihre Fehler, nicht aber ihre Leistung – eigentlich paradox. So ist es ein endloses Ringen, ein endloser Kampf in der Hoffnung, dass… Ja was eigentlich? Wenn du Dinge tust, nur um etwas dafür zu bekommen – macht es dich nicht glücklich, niemals. 

 

Eine Tochter, die vor allem geleistet hat, damit Mutter sich brüsten kann – hat später oft das Gefühl, nichts für sich zu haben. Da macht sich oft der Gedanke breit: „Was ich auch tue oder schaffe, es ist doch nicht für mich! Der andere nimmt es für sich und ich stehe da mit nichts“ oder „ich kann nur verlieren, wenn ich gebe“. Wie es eben mit der Mutter erfahren wurde. Die Tochter weiß nicht, wie sich wahre Wertschätzung anfühlt, innerer Reichtum, Erfüllung durch das, was sie ist, hat und tut. Stattdessen ist ihre Leistung mit Neid und Konkurrenzdenken verbunden. 

Liebe Tochter, lass uns damit ganz schnell aufräumen – ich zeige dir den Weg. Dann kommt auch endlich der Erfolg! Und die Wertschätzung, auch in Form von Geld.

Bist du erfüllt in deinem Berufsleben, fühlst du dich sauwohl in dem, was tu tust? Kannst du dich wahrhaft freuen über Erfolge? Kannst du dich am Leben freuen? Kennst du dein wahres Warum? Fühlst du dich wirklich wertgeschätzt? Kennst du innere Zufriedenheit? Nein? Aber du willst es so sehr? Ich sage dir: Es geht!

Du musst nicht gleich deinen Beruf ändern oder dein ganzes Leben radikal umkrempeln. Fang erst einmal bei dir an. Da beginnt die wahre Veränderung. Dein Umfeld reagiert dann. Von innen ändern heißt, dass du dich auf dich besinnt, deine eigenen Bedürfnisse erspürst und der Mutter und dir zutraust, für sich selbst am besten sorgen zu können und das auch verdient zu haben. Finde die Wahrheit in dir selbst. Bei den anderen findest du nur deren Wahrheiten. 

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