TOCHTERROLLE „Ich bin der bessere Partner“

Und Papa ist ein Versager

Das klingt verrückt, kommt aber relativ häufig vor – die Tochter (und auch Söhne) übernehmen den Platz des Vaters. Dies passiert, wenn der Vater entweder abwesend ist und/oder ein „schwacher“ Partner, d.h. die Mama nicht zufrieden stellt, sie nicht „glücklich macht“. Meist hat er auch gar keine Chance dazu, da die Mama emotional woanders ist *. Alles findet seinen passenden Gegenpart.  

Werden die Eltern vom Kind als unvollkommenes Paar wahrgenommen, übernimmt es oft entweder die Mittlerrolle oder auch eine Partnerrolle.  Entscheidet sich die Tochter, die Rolle des Vaters einzunehmen, hält sie ihn teilweise für einen Versager. Sie glaubt ja, dass er nicht fähig ist, der Mama ein guter Partner zu sein. Für die Tochter ist es eine willkommene Möglichkeit, sich unersetzlich, sich „Liebkind“ zu machen bei Mama. Sie glaubt dann: „Niemand versteht dich besser als ich, niemand unterstützt dich besser als ich, Mama.“ Hiervon erhofft sie sich Liebe und Anerkennung, überfordert sich jedoch komplett, denn man kann niemand anderen ersetzen, schon gar nicht die eigenen Eltern.

Außer dass sie sich selbst überfordert, wird sich die Tochter auch unbewusst dafür bestrafen, dass sie sich über die Eltern erhebt. Es verletzt nämlich eine naturgegebene, familiäre Ordnung, nach der die Eltern „über“ dem Kind stehen. Ihre Seele kennt diese Ordnung **

Eltern tragen auch aktiv dazu bei, dass sich das Kind auf die Partnerebene erhebt ***. Gerade wenn das Elternpaar sich nicht viel zu sagen hat, als Paar kaum existiert, wird die Aufmerksamkeit auf das Kind konzentriert und auch die Liebe, die eigentlich dem Partner vorbehalten ist, auf es übertragen. Das ist schlicht und ergreifend Missbrauch, auch wenn es unbewusst geschieht.

Sehr häufig bekommt das Kind Aufgaben bzw. zu viel Verantwortung übergestülpt oder wird in Geheimnisse eingeweiht, die es nichts angehen. Für das Wissen dieser intimen Dinge über die Eltern wird es sich in Grund und Boden schämen.  Und sein Bild vom anderen Geschlecht und auch vom eigenen wird verzerrt. 

Wenn das Kind zum Ersatzpartner der Mutter wird, geraten Vater und Kind in Konflikt. Mit dem Sohn gerät er in Konkurrenz als Familienoberhaupt. Der Vater zieht sich zurück, oft sucht er sich ein anderes Kind als Ersatzpartner. 

Die Rolle als die "Erwachsene" wird in allen weiteren Beziehungen gespielt

Vielleicht hast du das in einigen Beziehungen schon beobachtet oder selbst erfahren: Anstatt dass beide Partner auf Augenhöhe miteinander agieren, wird von der Frau die Mutterrolle gegenüber dem Partner ausgeübt, oder auch mit anderen Rollen, mit denen sie sich in  ihrer Herkunftsfamilie identifiziert, vermischt. Z.B. wird der eigene Partner nicht für voll genommen (sie hat ja bereits einen, nämlich Mama), und/oder es wird erwartet, dass der Partner Aufgaben der Eltern übernimmt – wie Loben, Dankbarkeit, Anerkennung zollen etc. Oft haben aber solche Töchter gar keine festen Beziehungen, da der Platz ja besetzt ist. 

Eine Frau in ihrer Rolle als „besserer Partner“ hat es schwer, andere als ebenbürtig wahrzunehmen. Sie ist es ja gewohnt, sich über sie zu erheben. Gleichzeitig nimmt sie sich als minderwertig wahr, wenn sie diese „Erwachsenenrolle“ nicht ausüben kann.

Welche Lösung gibt es hier? Klar muss die Tochter erst einmal anerkennen. Das braucht Mut. Die Trennung von solchen eingefleischten Rollen ist oft sehr schmerzhaft.  Denn das Selbstbild, mit dem sie vollkommen identifiziert ist, stellt sich als Irrtum heraus. In diesem Bild sieht sich die Tochter als Retterin – erst in der Beziehung zur Mutter, dann in allen folgenden Beziehungen. Das gibt viel Selbstwert und einen inneren Halt, der jedoch trügerisch ist, denn erstens ist er unwirklich und zweitens bezieht er sich auf etwas, das sich außerhalb der Tochter befindet.  All das fällt in sich zusammen, wenn der Tochter klar wird, dass das alles nur Einbildung war und: Von sich selbst hat sie überhaupt keine Ahnung.

Wer bin ich überhaupt, wenn ich nicht diese Retterin bin? Und hier kommen wir wieder zur eigentlichen Ursache der Rolle: sie hat sie als kleines Kind übernommen, um überhaupt wahrgenommen zu werden, um Anerkennung und Zustimmung von Mutter zu erhalten. Im Coaching werden wir uns in jedem Fall diesem kleinen Mädchen widmen, ihm endlich die Liebe und Zwendung schenken lassen, die es braucht und verdient. Dazu brauchen wir Mama nicht mehr. Das wird ab sofort die erwachsene Frau übernehmen, die endlich ihr inneres Kind integrieren kann. Glaub mir, das ist tiefste Heilung!

Alles kann natürlich auch auf Söhne übertragen werden , sowohl gegenüber der Mutter als auch gegenüber dem Vater. Die Rolle der „besseren Partnerin des Vaters“ beschreibe ich gesondert

* „Emotional nicht anwesend“ sind oft Menschen, die z.B. um  nahestehende Angehörige, die sie sehr früh verloren haben, trauern. Oder sie vertreten Familienmitglieder, die innerhalb der HerkunftsFamilie ausgegrenzt werden – dann sind sie so ähnlich wie fremdbesetzt. u.v.m.

** mehr dazu von Bert Hellinger über das Familienstellen. Zu dieser Ordnung gehört, dass derjenige, der zuerst da ist/war, über dem steht, der/die nach ihm kommt. Das gilt für Eltern & Kinder, für Geschwister, 1. und 2. Ehepartner usw.

*** Wenn ein Kind in die Elternebene geht, die Rolle eines Elternteils übernimmt, nennt man das in der Psychologie „Parentifizierung“

Deine Mutter und dein Erfolg

Warum deine Mutter auch hier mitredet

Egal wie weit weg du bist, egal, wie sehr du dich anstrengst, egal wie sehr du versuchst, es unabhängig von ihr zu machen – sie redet immer mit. Ihre Gedanken sind auch deine, ihre Überzeugungen sind auch deine. Sie fließen durch deine Adern, dein Blut bringt es in jede deiner Zellen. Die Mutter ist immer da. Wie sollte es anders sein? Du bist ihre Tochter, sie hat dich geprägt und du trägst ihre Ansichten und Emotionen, die Geschichte ihrer Familie und aller Frauen weiter – bis es aufgelöst wird. 

Das klingt nun ein wenig dramatisch, aber bei vielen wirken die negativen Gefühle gegenüber der Mutter, all die schlechten Erfahrungen mit ihr wie starke Gummibänder im Rücken, gegen die du ankämpfst, die dich aber immer wieder zurück katapultieren. Und du bist so müde davon. 

Vielleicht hast du aber auch eine gutes Verhältnis zu deiner Mutter, aber häufige emotionale Streits, die dich belasten und/oder Glaubenssätze von ihr, die dich am Erfolg hindern.

Und wenn du dich als „beruflich erfolgreich“ bezeichnest, dann ist es oft anstrengend, mühsam. Du kannst dir kaum vorstellen, dass es anders sein könnte: Leicht. Wie DU willst. Unabhängig. Erfüllend, voller Wertschätzung für dich. Sogar mit Rückenwind! Und der kommt, wenn du die Mutter in dein Herz nimmst, wenn du sie in Liebe annimmst. Denn es ist Fakt: Wenn du deine Mutter ablehnst, oder nur einen Teil, dann blockierst du auch all das Gute von ihr, vor allem die Weiblichkeit. Erfolg ist nicht nur machen machen machen. Erfolg ist auch: Empfangen, Annehmen, Aufnehmen, Passiv sein – typisch weibliche Eigenschaften. Die kommen über deine weibliche Seite. 

Außerdem: was du in der Mutter ablehnst, lehnst du in dir selbst ab, sie spiegelt dir deine Schatten. Die „Gefahr“ ist groß, dass wir genauso sind, schließlich ist sie unsere Mutter. Aber was für ein Kampf! Welche Energieverschwendung! Genau diese Energie fehlt dir auch. Erlöse dich davon, endlich! 

Natürlich übernimmst du auch viel von deinem Vater, seine Rolle schauen wir uns auch an in den Sitzungen. Aber hier geht es vorrangig um die Mutter. Und das Verhältnis zur ihr ist super speziell. Vor ihr waren wir am schwächsten. Ihr waren wir am nächsten, sie ist  unser Vor-Bild als Frau.  Fühlst du das? Deshalb ist es auch so emotionsgeladen. Diese tiefen Gefühle machen Angst, sie gehen an die Existenz, du fühlst dich ausgeliefert – zumindest glaubst du das. Gern nehme ich dir diese Angst – es gibt nichts Schöneres, als endlich in seine persönliche Freiheit zu kommen, frei von allen emotionalen Verstrickungen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor: gute Beziehungen mit anderen. Deine allererste Beziehung hast du mit der Mutter. Wie nimmst du diese wahr? Kannst du auf deine Mutter zugehen, fühlst du dich gesehen, angenommen, geliebt, gewertschätzt? Stehst du in Konkurrenz mit ihr oder deinen Geschwistern? Ist es genug, was du gibst, ist es „richtig“? Die gleichen Muster und Gefühle begegnen dir ziemlich sicher auch im Business mit anderen Menschen.  Deshalb ist die Arbeit an dem Mutterthema so essentiell! Das dann aufzulösen ist einfach nur herrlich! Magisch! 

Es gibt noch andere Erfolgs-Faktoren, an denen die Mutter munteren Anteil hat – z.B. Glaubenssätze über Geld, über Männer, über andere Frauen, über die Nachbarn, über Luxus usw. – eine endlose Liste… Auch zu verstehen, dass die Mutter ebenfalls eine Tochter ist und Teil eines Familiensystems, Trägerin von uralten Geschichten, Erfahrungen und Emotionen, trägt bei zu einem tieferen Verständnis für sie.

Fakt ist: Erfolg haben an der Mutter vorbei geht nicht – damit wirst du nicht wahrhaft glücklich. Geh das Thema an, verstehe die Muster und lass sie uns auflösen.

Ich bin für dich da, alles Liebe, deine Gesine

Tochterrolle „Mama´s Schmuckstück“

"Ich bin für Mama das, was sie nicht sein konnte"

Ok, das Gefühl, ein kleines, süßes angebetetes Goldkind zu sein, hatte die kleine Tochter nicht, stattdessen wird sie vor allem für gute Leistung belohnt und beachtet. Oft wurde diese sogar wie selbstverständlich erwartet, ohne viel Unterstützung. Die Mutter wurde vielleicht selbst kaum gesehen in ihrer Kindheit und musste sich genauso alleine durchboxen. Normal.

Die erwachsene, erfolgreiche Tochter macht die Mutter jetzt so richtig stolz. Vielleicht ist sie sogar mit dem erfolgreich, was die Mutter selbst gern gemacht hätte, aber nicht geschafft oder sich nicht erlaubt hat oder was ihr nicht möglich war. Die Ängste und Mangelgefühle der Mutter kommen der Tochter dann trotzdem zuverlässig in die Quere – durch Bemerkungen, Zweifel, Bedenken etc. Kennst du das?

Dabei willst du doch nur eins: Liebe.

Du erliegst hier jedoch einem Missverständnis. Unbewusst lebst du die in der Kindheit angenommene Überzeugung, dass du Liebe nur unter Bedingungen bekommst. „Nur wenn ich was tue für Mama, schenkt sie mir Zuwendung“ „Wenn ich nachgebe, ist Mama zufrieden.“ – dies nur als Beispiele. Und das ist nicht so, weil Mütter so furchtbar kalt und böse sind. Sondern es war vielleicht nur wenig Zeit im Alltag, Mama hatte viel zu tun. Ganz häufig ist die Liebe der Mutter unfrei -„überlagert“ (z.B. von ihrer Trauer über ein verstorbenes Geschwister oder die zu früh gestorbene  Mutter, oder einfach Sorgen o.a.). So wie deine Energie unterschwellig so oft bei deiner Mutter ist. Ertappt? Aber genauso ist es. Dabei ist Liebe immer da. Sie ist unendlich, bedingungslos – du musst sie nicht suchen, nichts dafür tun. Ein Kind weiß das – am Anfang jedenfalls, dann kommen die ersten Erfahrungen. (von geerbten Gefühlen mal abgesehen oder Erfahrungen im Mutterleib).

Jetzt verrate ich dir noch was: Mutter hat dich nicht darum gebeten, ihre Träume zu leben. FÜR SIE zu leben. Du selbst hast das entschieden. Schockiert dich das jetzt? Ist aber so. Die Sache ist die: Unser Überleben hing als Kind von den Eltern ab. Und du hast einfach nur Wege gesucht, wie du dich einfügen kannst in die Familie, wie du es recht machen, was du der Mutter abnehmen kannst – Kinder sind so! So voller Hingabe und Liebe und Vertrauen. 

Wenn die Mutter als Mädchen Liebe vermisst hat, missbraucht sie nun ihre Tochter unbewusst, um das eigene empfundene Manko auszugleichen. Niemand ist hier schuld. Wir wissen es alle nicht besser. Die Tochter ist vollkommen identifiziert mit dem Gedanken, ausschließlich für ihre Leistung wertgeschätzt zu werden. Damit gibt sie ein Stück von ihrem wahren Selbst her. Diese Konditionierung kann eine Motivation für das ganze Leben, für das gesamte Tun sein – Lob von anderen erhoffen, andere zufriedenstellen – z.B. für die eigene Berufswahl – Damit wirklich glücklich zu werden, ist nicht so wahrscheinlich. 

Auf Leistung getrimmte Töchter sehen auch immer eher ihre Fehler, nicht aber ihre Leistung – eigentlich paradox. So ist es ein endloses Ringen, ein endloser Kampf in der Hoffnung, dass… Ja was eigentlich? Wenn du Dinge tust, nur um etwas dafür zu bekommen – macht es dich nicht glücklich, niemals. 

 

Eine Tochter, die vor allem geleistet hat, damit Mutter sich brüsten kann – hat später oft das Gefühl, nichts für sich zu haben. Da macht sich oft der Gedanke breit: „Was ich auch tue oder schaffe, es ist doch nicht für mich! Der andere nimmt es für sich und ich stehe da mit nichts“ oder „ich kann nur verlieren, wenn ich gebe“. Wie es eben mit der Mutter erfahren wurde. Die Tochter weiß nicht, wie sich wahre Wertschätzung anfühlt, innerer Reichtum, Erfüllung durch das, was sie ist, hat und tut. Stattdessen ist ihre Leistung mit Neid und Konkurrenzdenken verbunden. 

Liebe Tochter, lass uns damit ganz schnell aufräumen – ich zeige dir den Weg. Dann kommt auch endlich der Erfolg! Und die Wertschätzung, auch in Form von Geld.

Bist du erfüllt in deinem Berufsleben, fühlst du dich sauwohl in dem, was tu tust? Kannst du dich wahrhaft freuen über Erfolge? Kannst du dich am Leben freuen? Kennst du dein wahres Warum? Fühlst du dich wirklich wertgeschätzt? Kennst du innere Zufriedenheit? Nein? Aber du willst es so sehr? Ich sage dir: Es geht!

Du musst nicht gleich deinen Beruf ändern oder dein ganzes Leben radikal umkrempeln. Fang erst einmal bei dir an. Da beginnt die wahre Veränderung. Dein Umfeld reagiert dann. Von innen ändern heißt, dass du dich auf dich besinnt, deine eigenen Bedürfnisse erspürst und der Mutter und dir zutraust, für sich selbst am besten sorgen zu können und das auch verdient zu haben. Finde die Wahrheit in dir selbst. Bei den anderen findest du nur deren Wahrheiten. 

Tochterrolle „Mutters Lastenträgerin“

"Die Lastenträgerin"

"Ich muss Mutter stützen, weil sie mich braucht"

Mutter hatte es als Kind nicht leicht. Sie erwartet zunächst von ihrem Partner und dann von ihrer Tochter, dass sie ihr all das geben, was sie als Kind nicht bekommen hat. Die kleine Tochter entwickelt nun hochsensible Sensoren für die Bedürfnisse der Mutter (schon während der Schwangerschaft). Es geht ums Überleben, weil es von der Mutter abhängig ist. Schon im Bauch spürt es alle Emotionen der Mutter und empfindet diese als wohltuend oder eben als bedrohlich. Wie reagiert das Baby? Es „übernimmt“ die Emotion, weil es hofft, die Mutter zu entlasten und dadurch mehr von den guten Gefühlen zu bekommen. Dies tut es aus Liebe, aber auch zum Selbstschutz. Denn es möchte diese bedrohlichen Emotionen, die Alarm im Körper auslösen und damit schädliche Stresshormone freisetzen, vermeiden. Stattdessen strebt es nach Gefühlen, die ihm Geborgenheit vermitteln. Es wurde ja schon nachgewiesen, dass ein Baby sterben kann, wenn ihm die emotionale Zuwendung über einen längeren Zeitraum entzogen wird. Dieses „Ich übernehme das für dich, damit ich mehr Geborgenheit bekomme“ wird zur festen Überzeugung, die als Erwachsene weitergelebt wird. 

Das Kind hat also früh angefangen, Aufgaben von anderen zu übernehmen (von seinen Schutzbefohlenen), um sich selbst ureigene Bedürfnisse zu erfüllen: Sicherheit und Geborgenheit. Ein Kind ist selbst schutzbedürftig und hat alles Recht der Welt, sorglos aufzuwachsen – ohne dass daran Bedingungen geknüpft sind. Eine Mutter, die selbst zu wenig emotionale Zustimmung erfuhr, kann oft auch nicht voll und ganz für das Kind da sein. Stattdessen sucht sie nach Ausgleich – z.B. durch Arbeit oder eben beim eigenen Kind. 

In diesem vertauschten Rollenspiel spürt das Kind unbewusst, dass es überhaupt nicht als es selbst wahrgenommen wird. Es fühlt sich bedeutungslos, wertlos und verlässt seinen „Platz“, um einen neuen einzunehmen – einen, an dem es sich gebraucht fühlt und wichtig. Dies geschieht aus Liebe zur Mutter, aber auch wieder aus Überlebensinstinkt. diese fremde Rolle wird zur eigenen Identität, d.h. auch später als Erwachsene verhält es sich so: „Ich übernehme das für dich“

Natürlich kommt da die kleine Kinderseele durcheinander, es fühlt Verwirrung und Überforderung, denn die Aufgabe ist unlösbar. Deshalb verliert es auch ein Stück Selbstachtung („Ich habe versagt“) und entwickelt negative Emotionen gegen sich selbst. Das Kind, das glaubt, die Mutter stützen zu müssen, verliert auch ein wenig die Achtung vor der Mutter. Denn die ist ja „alleine nicht in der Lage“, im Leben zurecht zu kommen. Hier kann sich die Tochter fragen: „Ist das wahr?“

Als erwachsene Frau ist sie dann vielleicht oft im Streit mit der Mutter über unterschiedliche Ansichten, ist enttäuscht, wenn die die Hilfe nicht wertschätzt oder nicht will. Und ganz tief in ihr sind da Wut, Verzweiflung, Beschuldigung – alte Gefühle, die das Kind in sich eingeschlossen hat, weil sie nicht wichtig waren, nicht erwünscht oder nicht verstanden wurden. 

Eine erste Erleichterung gibt es, wenn die Tochter zurücktritt aus der vermeintlichen Verantwortung, der Mutter die Bedürfnisse erfüllen zu müssen. Sie mss der Mutter ihre Probleme zurückgeben und sich als Tochter fühlen dürfen (und nicht die Elternrolle übernehmen). Es gilt nun, Selbstbewusstsein aufzubauen, Vertrauen darin, dass man genau so, wie man ist, richtig und willkommen ist, ohne irgendwelche Bedingungen und ohne Schuldgefühle. 

Tochterrolle „Die Besserwisserin“

Hier nun die 2. Rolle, die ich für dich skizziert habe. Alles mit einem Augenzwinkern. So spielt auch niemand nur die eine Rolle – meistens erfüllen wir mehrere gleichzeitig. Es geht mir vor allem darum, die Dynamik des Tochterverhaltens aufzuzeigen und die Ursachen. Während ich die erste Rolle „Mama´s Lastenträgerin“ als die Grundlage aller anderen ansehe, werden wir nun etwas spezieller – Viel Spaß, du geliebte Tochter!

"Ich weiß am besten, wie Mutter ihr Leben leben sollte"

Weil die Mutter ja eine schwere Vergangenheit hat und ihr eigenes Selbst nicht gut entwickeln konnte als Kind, ist die brave (erwachsene) Tochter stets zur Stelle, um der Mutter zu zeigen, was gut für sie ist – und allen anderen gleich mit 😉 Aber wer ist die Tochter? Niemand – es ist niemand zu Hause, Raum verlassen, eigene Bedürfnisse vergraben, vielleicht sogar total unbekannt. Hier mal eine kleine Übung: Wenn niemand da wäre, um den du dich „kümmern“ kannst – wie fühlt sich das für dich an? 

Manche Besserwisserin hat diese Extrem-Strategie gefunden: Als Kind völlig überfordert vom unsicheren Außen, kapselt sie sich komplett ein. „Wenn Mama nicht in der Lage ist oder alle alles nur falsch machen, dann mach ich es lieber – mich um mich kümmern, das kann ICH eh am besten!“ Diese Töchter sind dann tatsächlich auf sich selbst fixiert; verhärtet nach draußen, sie haben wahrhaft die Ausstrahlung einer Mauer. Alles andere ist sinnlos und gefährlich. Sie dulden andere höchstens als „Diener“- dies als kleiner Ausflug am Rande 😉 Vielleicht erkennt so manche Tochter hier ihre Mutter wieder: siehe Hauptrolle Nr. 11: „Mamas Schemel“

Die gutmeinende Tochter steckt also ihre eigenen Bedürfnisse zurück zugunsten der anderen und fühlt sich dabei häufig auch noch edel und selbstlos (ist sie ja auch – ohne Selbst). Das endet meistens in Enttäuschung. Diese falsche Verantwortung entwickelt die Tochter später für ihr gesamtes Umfeld – „keiner weiß es so gut wie ich!“ Kommt dir das bekannt vor? Diese Aufgabe ist frustrierend, zum einen, weil man niemals irgendeine Befriedigung daraus ziehen kann (außer der Bestätigung, dass alle Menschen faule Egoisten sind 😉 ) und zum anderen, weil man einfach niemanden ändern kann. Oder hat sich deine Mutter dir zuliebe geändert oder irgendjemand anders? Und wenn doch – hat sie/er deinen Respekt? Ich frage dich das, weil es dir in Wahrheit nicht darum geht, den anderen irgendetwas beizubringen – das ist ja nur eine Ersatzhandlung für dich, ein Ventil. Du glaubst nämlich das: „Ich bekomme nur Liebe und Zuwendung, wenn ich das tue, was du sagst.“ Und diese Überzeugung wird dir dann im Außen gespiegelt, du lebst sie praktisch. Aber da das nicht die echte Wahrheit ist, ist sie nicht erfüllend. Es ist ein Missverständnis, das du als Kind gelernt hast. OK? Es ist nicht die Wahrheit!

Mit deiner Aufopferung erreichst du nur dies: 1. Die Mutter wird gestört in ihrem Selbst und ständig angezweifelt, 2. Die Tochter verliert die Verbindung zu ihren eigenen WAHREN Bedürfnissen -sie ist ja mit anderen beschäftigt, bzw. damit, sich gegen andere zu schützen 3. Die Tochter verliert irre viel Energie – was ist erschöpfender als ein vergebliches Bemühen? 4. Du ziehst Menschen an, die genau das für dich sind: deiner Hilfe bedürftig. Kommt dir das vertraut vor? 

Als Alternative kannst du das hier probieren: Liebe Mutter, ich respektiere, wie du dein Leben lebst, auch wenn es nicht meinen Vorstellungen entspricht. Wie kann ich wissen, was richtig oder falsch für dich ist? Ich kümmere mich ab jetzt um mich selbst, LIEBEVOLL, das ist der einzig wahre Weg. Und wenn ich liebevoll mit mir selbst bin, kann ich auch alle anderen liebevoll annehmen. 

„Tochterrollen“ Prolog

Jede Rolle ist ein Stück weniger von dir selbst

Je länger ich mich mit dem Thema Tochter|Mutter|Beziehung beschäftige, desto mehr bin ich davon fasziniert – von der Vielschichtigkeit dieser Beziehung und wie sehr sie alle anderen, die danach folgen, prägt oder eigentlich: bestimmt. 

Natürlich habe ich nicht immer so empfunden. Eine lange Zeit war der Gedanke an meine Mutter in erster Linie ein einziger Schmerz in mir und ich habe hauptsächlich Hilflosigkeit gefühlt. Aber das war eben auch einer der Gründe, warum ich mich mit Leidenschaft in dieses Thema vertieft habe. 

Und die „Tochterrollen“ helfen mir und auch dir, die Komplexität der Beziehung zu Mutter darzustellen bzw. zu verstehen. Ich wünsche dir viele heilende Erkenntnisse!

Lieber frei sein, als Recht haben

Wenn wir erwachsen sind, haben wir einen anderen Blick auf unsere Mutter – den einer „erwachsenen Frau“, die theoretisch nicht mehr abhängig ist von ihr. Und die im Leben einiges vermisst. Und wer ist daran schuld? Ganz klar, die Mutter natürlich – so so 😉 

Nun „durchschauen“ wir, was Mutter alles falsch gemacht hat, wir sehen ihre „Fehler“, oder nun wissen wir, was sie als Mutter hätte geben MÜSSEN. Nicht wahr? Wie fühlst du dich mit diesem Gedanken? Im Recht?

Über dein Recht können wir gern ein anderes Mal streiten, nicht aber hierüber: solange du emotional in der Vergangenheit, an anderen Menschen wie eben an deiner Mutter hängst – solange bist du unfrei und lebst nicht selbstbestimmt. Wenn du mit der Aufmerksamkeit (also mit deiner Energie) woanders bist, als bei dir – steht sie dir nicht zur Verfügung im Hier und Jetzt. Und gerade die Gefühle im Bezug auf die Mutter sind die intensivsten. Sie können am meisten zehren und auch am meisten nähren.  

Erkenne deine Rollen

Als Tochter stehen wir unserer Mutter besonders nah. Das liegt auch daran, dass wir Themen von ihr übernehmen (Frauen-Themen, die sie entweder selbst erfahren oder von ihrer Mutter übernommen hat) und weitertragen auf die kommenden Generationen – wenn sie nicht gelöst werden. Und ich finde, es ist höchste Zeit, sie zu lösen! Es ist so anstrengend, so lähmend, so frustrierend, diese Themen mit sich herumzuschleppen. Je mehr du sie ablehnst, desto schwerer wiegen sie auf Dauer – immer wieder katapultieren sie dich zurück auf Anfang, der Frust wächst. Wenn du also vorwärts gehen willst, musst du hinter dir aufräumen. 

Dazu gehört, deine Rollenspiele gegenüber deiner Mutter, die du als Kind unbewusst entwickelt hast, zu durchschauen und aufzulösen. In dieser Serie habe ich die beliebtesten Rollen skizziert (inklusive Augenzwinkern): 

"Ich muss Mutter stützen, denn sie braucht mich"

"Ich weiß, wie Mutter ihr Leben leben müsste"

Tochterrolle: Mutters Schmuckstück

"Ich bin für Mutter das, was sie nicht sein konnte"

Tochterrolle: Der bessere Partner

"Ich ersetze dir den Papa"

Tochterrolle: Mama´s Mama

"Ich löse Mutter´s Probleme jederzeit"

Tochterrolle: Fremdbesetzung

"Ich hole Mama immer ganz nah zu mir"

Tochterrolle: Die Konkurrentin

"Ich bin die bessere Partnerin für Papa"

Tochterrolle: Die Zweite-Rolle-Tochter"

"als Tochter bin ich unwichtiger als der Sohn"

Tochterrolle: Die Ideal-Mutter

"ich bin die ideale Frau, die Mutter war oder gewesen wäre"

Tochterrolle: Die Abhängige

"Ohne Mutter bin ich nicht überlebensfähig"

Tochterrolle: Mama´s Schemel

"Ich lasse mich erniedrigen, damit Mama sich erhöhen kann"

Tochterrolle: Die Unabhängige

"Ich beweise ihr, dass ich sie nicht brauche"

Fällt dir eine weitere Hauptrolle ein? Dann lass es mich gern wissen über die Kommentare! Und auch sonst freue ich mich über deinen Senf 😀 

Tell me! Unbedingt! Ich freue mich!